Geboren am 16.3.1916 in Rostock (Mecklenburg)

Malen und Zeichnen seit frühester Kindheit

1930–1934: Malerlehre und Besuch der Gewerbeschule in Rostock mit Abschlussprüfung. Im letzten Jahr freies Zeichnen und Malen

1935: Militärdienst, Erkrankung an Tbc in Döberitz bei Berlin; Einlieferung ins Lazarett Berlin-Tempelhof, 1939 nach Davos zur Kur

bis 1942: Selbststudium

1942–1945: Ausbildung in Anatomie und schwarz-weiss Illustration bei Helmut Knorr, Maler, Grafiker und Buchillustrator in Davos

bis 1952: Selbststudium. In dieser Zeit entstanden vorwiegend schwarz-weiss Illustrationen, Aquarelle, Pastell- und Oelbilder. Letztere waren in der Art der Münchnerschule gemalt und mochten ihn in farblicher Hinsicht nie ganz befriedigen, ahnte er doch schon damals, dass der Farbe eine viel gewaltigere Ausdruckskraft innewohnt.

Durch einen Freund lernte er 1953 Kunstmaler Albert Pfister, Erlenbach/Zh kennen. Pfister (Schweiz. Nationalpreisträger), ein Meister der Farbe und des Lichtes, verstand es, seinem Schüler Ahnfeldt die Augen zu öffnen, was einen totalen Umbruch in seinem künstlerischen Schaffen zur Folge hatte. Die reine Farbe hielt Einzug in seine Werke, und damit war der Weg freigelegt zur Entfaltung seines eigentlichen Wesens. Durch zum Teil radikale Vereinfachung des Bildmotivs erreichte er eine Lichtwirkung der Farben, die dem Betrachter zu Herzen geht. So brachte er 1955 aus Capri eine Reihe entzückender Gemälde und Skizzen nach Hause, die, obwohl bei grosser körperlicher Schwachheit geschaffen, uns einen Blick tun lassen in ein heiteres, geläutertes Herz.

Sein Gesundheitszustand zwang ihn, sein geliebtes Davos zu verlassen und nach Kairo überzusiedeln, wo er die letzten acht Jahre seines allzu kurzen Lebens zubrachte. Die Begegnung mit der pharaonischen Kunst, den Felsengräbern in Theben und Oberägypten hat ihn stark beeindruckt, und es entstanden in der Folge jene flächigen, konturierten und abgeklärten Arbeiten. Was er anstrebte, war Ausgewogenheit, Harmonie, Ruhe. Man muss weglassen, die grosse Linie nicht aus den Augen verlieren!

Ahnfeldt hat sich in den verschiedenen Techniken und Ismen durchgeackert, sich bemüht zu verstehen. Eines wurde ihm jedoch sofort klar: die völlige Abstraktion war nicht sein Weg. Richtungweisend blieben ihm wohl am ehesten die Fauves (Matisse, Derain, van Dongen, Vlaminck, Dufy). Er verehrte Gauguin, Macke, Franz Marc, die kristallklaren Schöpfungen von Feininger, auch die Modernen, solange Harmonie in Form und Farbe bestand. Disharmonie lehnte er in der Malerei wie im Leben ab. Die Auseinandersetzung mit Gauguin z.B. hat in seinen Arbeiten deutliche Spuren hinterlassen.

In Aegypten rückte der Mensch immer mehr in den Mittelpunkt seiner Malerei. Der natürliche Reiz und das harmonische Gebärdenspiel der Fellachenfrauen fesselten ihn und regten ihn zu immer neuen Studien an. Grosse Themen wie: die Würfler (477), Kippensammlerinnen (434), Kairoer Impressionen (498), Erinnerungen an Theben (441) u.a. (diese Gemälde waren letztes Jahr anlässlich seiner Davoser Ausstellung zu sehen) verarbeitete er im Geiste wochenlang, ja, jahrelang, ehe er an die Ausführung ging. Sie sind denn auch in Farbe, Form und Komposition dermassen ausgewogen, dass sie etwas Absolutes an sich haben. Zwischenhinein entstanden dann seine kleinen Arbeiten: Aquarelle, Pastelle, Skizzen, Miniaturen in Oel scheinbar ohne jede Problematik, die zum Beglückendsten gehören, was er geschaffen hat. – Alle Motive und Themenkreise sind gründlich durchgearbeitet. Niemals gab er sich mit Zufällen und Halbheiten zufrieden. Wohl deshalb war die Oeltechnik sein bevorzugtes Ausdrucksmittel.

In der letzten Zeit seines Schaffens versuchte Ahnfeldt von der starren Flächigkeit seiner Kompositionen abzukommen. Die scharfen Konturen begannen sich aufzulösen, der Pinselstrich wurde sichtbar und die Bildoberfläche gewann so eine lebendige Bewegtheit, ohne dass die Klarheit der Formen und die Ausgewogenheit des Flächenspiels darunter gelitten hätten.

Wenn uns scheinen mag, er habe uns zu früh verlassen, und wenn wir seiner weiteren Entwicklung mit Spannung entgegengesehen haben, so dürfen wir doch dankbar feststellen, dass er uns ein reifes, abgerundetes Werk voll innerer Schönheit und Ausgeglichenheit hinterlassen hat, das uns in dieser unruhvollen, wechselreichen Zeit hinweist auf die Grundlagen unseres menschlichen Daseins, das uns reich macht und wieder froh werden lässt.

Ausstellungen: Mitbeteiligung an Ausstellungen in Deutschland: Köln, Wiesbaden, Berlin, Nürnberg. Eigene Ausstellungen in Davos Dez. 1960 und Dez. 1963 unter dem Patronat der Kunstgesellschaft Davos.

Eine stattliche Anzahl seiner Werke befindet sich in Davoser Privatbesitz

Seit 1961 ordentliches Mitglied des Internationalen Institutes für Kunstwissenschaften (Diplom)

Diese Kurzbiographie basiert auf einem anonymen Text von 1964/65, der nur in einem Exemplar bei E.W. in Davos erhalten geblieben ist.